©P.Caputo,hochroth
Gina Bucher & Lukas Maisel
Writers in Residence / Ateliergäste Mai / Schweiz
Gina Bucher

Geboren 1978 in Luzern. Studium der Filmwissenschaften, Publizistik und Kunstgeschichte an den Universitäten Zürich und Hamburg. Seit 2014 als Schreibcoach im Jugend-Literaturlabor JULL und seit 2016 mit einer eigenen Schreibgruppe "Die Stadtbeobachter-innen" tätig. Ab 2018 verfasst sie Buchrezensionen für NZZ am Sonntag und ist seit 2019 Redaktionsmitglied bei Essais agitées.

Neben dem Kunstbereich beschäftigt sie sich umfassend mit Lebensbereichen und deren immanenten Krisen. Ich trug ein grünes Kleid, der Rest war Schicksal (Piper 2016) ist die Zusammenkunft von Erfahrungsgeschichten über die Liebe aus den Leben von Menschen zwischen ihrem 60. und 95. Lebensjahr. Wunderbar ehrlich und unverblümt erzählen die Protagonist*innen über die Rolle ihrer Träume und Sehnsüchte und reflektieren gleichzeitig erlebte Enttäuschungen und Rückschläge. Erkenntnisreich wird über (un)romantischem Pragmatismus gesprochen und wie mit dem Verlust der Liebe bzw. des*der Geliebten umzugehen ist, oder auch nicht.

In Der Fehler, der mein Leben veränderte (Piper 2018) geht Gina Bucher der Frage nach: Was bedeutet 'scheitern'? In drei Kapiteln, die auf Gesprächen und Interviews gründen, ist die Rede vom Fehlermachen als Alltagserfahrung - unter der Fragestellung: 'Was ist passiert?' anstelle von 'Wer hat Schuld?'. Gina Bucher befindet, dass wir "nicht so zerbrechlich sind, wie wir denken":

Gut möglich, dass man aus Fehlern gar nicht so sehr lernt, wie der Volksmund behauptet. Und nur, weil die Wirtschaft ein flottes Narrativ gefunden hat, über Fehler öffentlich zu reden, und eine möglichst offene Kultur des Scheiterns pflegen will, heißt das noch lange nicht, dass die Gesellschaft bereit ist, entspannt über das Fehlermachen zu sprechen.


Lukas Maisel

Geboren 1987 in Zürich. Absolvierte den Lehrberuf zum Drucker, danach folgte ein Studium am Literaturinstitut Biel. Für das Manuskript seines Debütromans Buch der geträumten Inseln erhielt er im Jahr 2017 den Werkbeitrag des Kantons Aargau. 2019 wurde er mit dem Förderpreis des Kantons Solothurn ausgezeichnet.

Maisels Erzählen in Buch der geträumten Inseln ist eine Ansammlung von Merkwürdigkeiten. Der Autor verbindet Ironie und Ernsthaftigkeit in einer federleichten, beinahe schwerelosen Form, wie man sie in Werken dieser Art oftmals vermisst. Es ist ein abenteuerlicher Roman, geschrieben von einem Wissbegierigen, der, wie jener Romanheld in seinem Roman, "umherzieht wie Nomaden, von Gebiet zu Gebiet".

"Das Buch der geträumten Inseln entwickelt seine Faszination nicht nur aus all diesen seltsamen Geschichten, sondern auch aus der Sprache. Lukas Maisel hat Christian Kracht und Daniel Kehlmann gelesen, seinen Rhythmus an W. G. Sebald geschult und daraus einen eigenwilligen Stil geformt." (Martina Läubli, NZZ am Sonntag)